Spiel zwischen Himmel und Erde

3D-Echtzeit-Gamification

KOLK 17 Figurentheater & Museum in Lübeck hat in seiner Sammlung ein faszinierendes und umfangreiches Konvolut chinesischer Eisenstabfiguren aus dem späten 19. Jahrhundert. Das Puppenspiel mit Eisenstabfiguren hat in Süd-China eine lange Tradition. Doch wie können diese faszinierenden Helden und ihre vielschichtigen Abenteuer den Besucher:innen zugänglich gemacht und adäquat erzählt werden, wenn die Puppenspieler:innen nicht zugegen sind? Wie kann die Technik dieser Spielform, in der die Charaktere aus Köpfen, Körpern und Requisiten immer wieder neu kombiniert werden, für die Besucher:innen anschaulich werden?
Die Figuren dienen als Zugang zum großen Kosmos der chinesischen Mythologie. Dort sind die Geschichten über die Acht Unsterblichen zu finden oder die Drei Reiche und ihre ewig streitenden Generäle. Nicht zu vergessen die Geschichte von Meng Lijun, die als erste Frau in den Staatsdienst eintreten möchte.

Die Figuren, deren Geschichten bis zu 1000 Jahre alt sind, wurden digital gescannt und in einer 3D-Echtzeitumgebung als Computerspiel interaktiv inszeniert.

Auf zwei Touchdisplays inmitten der ausgestellten Original-Figuren können die Besucher:innen das Computerspiel im Museum spielen.

Zu Beginn des Spiels werden wir als User:innen aufgefordert, einen eigenen, individuellen Avatar zusammenzustellen, um mit ihm gemeinsam die Held:innen auf ihren Abenteuern zu begleiten.

Mit ihnen durchwandern wir dann geheimnisvolle Welten, müssen über weite Meere und durch dunkle Wälder, treffen auf den Reisen Göttinnen, Dämonen und mächtige Kaiser. 5 Welten und deren Geschichten können die Besucher:innen so durchspielen. Die Besonderheit des Spiels liegt im Miterleben durch den eigenen Avatar. Die Aufgabe, Pfirsiche zu sammeln, wurde – wie auch die graphischen Entscheidungen – mit wissenschaftlicher Begleitung aus dem chinesischen Kontext entwickelt, in dem Pfirsiche auch mythologisch eine besondere Rolle einnehmen.

Wenn User:innen/Avatare auf ihrem Weg genug Pfirsiche eingesammelt haben, können sie unsterblich werden. Aber was bedeutet Unsterblichkeit im Museumskontext? Der Avatar geht virtuell in die Museumssammlung ein!

Zur Belohnung können unsere Besuchenden via QR-Code ihre Avatare auf dem eigenen Endgerät abspeichern und behalten so eine besondere Erinnerung an den Aufenthalt im Museum.

  • Meine Tätigkeit

    Kreativdirektion Medien, Medienkonzept, Digital Storytelling

  • Umfeld

    Demirag Architekten und Kolk17 Figurentheater und Museum 2025

  • Kooperation

    Simon Hagemann (Unreal Development), Daniel Pavelka (3D-Artist), Demirag Architekten (Kreativdirektion Szenographie), Dr. Antonia Napp (Projektleitung und kuratorisches Gesamtkonzept), Dr. Stefanie Thiedig (Wissenschaftliche Begleitung)